Presbyopie – Alterssichtigkeit

Presbyopie wird auch Alterssichtigkeit oder Altersweitsichtigkeit genannt. Presbyop sind Sie, wenn Ihre Linsen in den Augen nicht mehr flexibel genug sind, um Dinge in der Nähe „scharf zu stellen“ (Auto-Focus Funktion). Das heißt in der Nähe sehen Sie unscharf (Abbildung 1) und müssen alles weit weg halten um es lesen zu können.

Altersichtig Nahsicht keine Akkommodation

Abb. 1: Alterssichtiges Auge ab ca. 40 Jahre
Sicht in die Nähe ohne Akkommodation

Um nämlich sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharf sehen zu können, muss die Linse im Auge ihre Form verändern (Akkommodation). Dafür muss sie aber möglichst flexibel sein. Schon im Kindesalter beginnt die Augenlinse langsam immer starrer zu werden. Das liegt u. a. daran, dass die abgestorbenen Zellen der Augenlinse nicht, wie z. B. bei der Haut, nach außen abgegeben werden, sondern sich im Inneren der Linse sammeln.

Eine Alterssichtigkeit wird mit Plus-Gläsern (Sammellinsen; konkave Form) ausgeglichen (z. B.: sph = +1.50 dpt). Diese Brille übernimmt die Auto-Focus Funktion der Linse in dem Maße, wie sie es selber nicht mehr schafft (Abbildung 2). Das heißt nur wenn Sie ab einer bestimmten Entfernung in der Nähe nicht mehr deutlich lesen/sehen können und alles weiter weg halten um es sehen zu können, müssen Sie eine Brille (sog. Lesebrille) aufsetzen.

Altersichtig Nahsicht ohne Akkommodation ohne Brille

Abb. 2: Alterssichtiges Auge ab ca. 40 Jahre
Sicht in die Nähe ohne Akkommodation mit Brille

Je älter Sie werden, desto unflexibler wird Ihre Augenlinse und desto stärker wird das Brillenglas, welches Sie zum Ausgleich der Unschärfe in der Nähe benötigen. Das heißt, die Stärke Ihrer Lesebrille wird sich nach und nach erhöhen, so dass die Gläser erneuert werden müssen. Ab einem Wert von +0.50 dpt macht es frühestens Sinn eine Brille zu tragen und es kann bis zu einem Wert von ca. +3.00 dpt ansteigen.

Bei Kurzsichtigkeit tragen Sie eine Brille mit Minus-Gläsern. Durch diese Brille sehen Sie bei Altersichtigkeit (Presbyopie) in der Nähe unscharf (Abbildung 3), da sich die Linse durch die fehlende Flexibilität nicht mehr wölben kann (keine Auto-Focus Funktion mehr). Wenn Sie kurzsichtig sind, kann es unter Umständen eine Zeit lang reichen, wenn Sie die Brille zum Lesen absetzen und zwar wenn der Minus-Wert Ihrer Brille in etwa dem Plus-Wert der benötigten Lesebrille entspricht (Abbildung 4).

Abb. 3: Alterssichtiges Auge ab ca. 40 Jahre bei Kurzsichtigkeit
Sicht in die Nähe ohne Akkommodation mit Brille

Alterssichtig Kurzsichtig Nahsicht ohne Akkommodation mit Brille

Abb. 4: Alterssichtiges Auge ab ca. 40 Jahre bei Kurzsichtigkeit
Sicht in die Nähe ohne Akkommodation

Wenn Sie weitsichtig (übersichtig) sind kann es sein, dass Sie trotz Plus-Brille in der Nähe nicht mehr deutlich sehen, da die Linse sich nicht mehr so stark oder fast gar nicht mehr wölben kann. Das heißt die “Autofokus-Funktion” der Augenlinse reicht für die Sicht in die Nähe nicht mehr aus um die verkürzte Baulänge der Augen auszugleichen und um das Bild deutlich auf der Netzhaut abzubilden (Abbildung 5). Für die Nähe benötigen Sie dann einen stärkeren/höheren Plus-Wert als für die Ferne (Abbildung 6).

Altersichtig Übersichtig  Nahsicht ohne Akkommodation

Abb. 5: Alterssichtiges Auge ab ca. 40 Jahre bei Übersichtigkeit
Sicht in die Nähe ohne Akkommodation

 

Alterssichtig Übersichtig Nahsicht ohne Akkomodation mit Lesebrille

Abb. 6: Alterssichtiges Auge ab ca. 40 Jahre bei Übersichtigkeit
Sicht in die Nähe ohne Akkomodation mit Lesebrille

 

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